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3D-Druck in der Immobilienbranche

Längst lassen sich mithilfe eines 3D-Druckers nicht mehr nur kleine Objekte aus Plastik drucken. Die ständige technologische Weiterentwicklung hat dazu geführt, dass 3D-Drucker immer komplexer werdende Aufgaben übernehmen können und auch die druckbaren Objekte stetig gewachsen sind. Dadurch hat der 3D-Druck in der Autoindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie der Medizintechnik verstärkt an Bedeutung gewonnen. Auch im Bereich des Hausbaus bietet er großes Potenzial. Was bis vor ein paar Jahren nur eine Vision war, ist nun Wirklichkeit. Und mittlerweile beschäftigen sich weltweit viele spannende Projekte mit diesem Thema.

Hausbau völlig neu gedacht

Der Bau eines Hauses mithilfe eines 3D-Druckers spart Zeit, Kosten und Materialien und ermöglicht es, beim Errichten bezahlbaren Wohnraums völlig neue Wege zu gehen. Als Baumaterial kommen dabei meist spezielle, zähflüssige Betonmischungen, aber auch schaumstoffartige Materialien zum Einsatz, aus denen Schicht für Schicht die Außen- und Innenwände entstehen. Eine ressourcenschonende Methode, da der Materialeinsatz geringer ist und die sonst üblichen Gussformen nicht benötigt werden. So können je nach Projekt und Größe des Gebäudes bis zu 70 Prozent der Kosten im Vergleich zur klassischen Bauweise eingespart werden. Dadurch können nicht nur nachhaltige Lösungen für den sozialen Wohnungsbau in Europa, sondern auch in Krisengebieten weltweit entstehen. Gleichzeitig eröffnet der 3D-Druck auch architektonisch völlig neue Möglichkeiten. Denn mit dem 3D-Betondruck sind sehr feine Betonstrukturen möglich. Neue, außergewöhnliche Formen entstehen, die bei traditionellen Baumethoden kaum denkbar wären.

Die ersten bewohnbaren Häuser entstehen bereits

Das Projekt „Milestone“ der holländischen Baufirma Van Wijnen in Zusammenarbeit mit der TU Eindhoven hat es sich beispielsweise zum Ziel gesetzt, dass irgendwann jeder ein Haus nach seinen eigenen Wünschen entwerfen kann und es anschließend im 3D-Drucker Gestalt annimmt. Die ersten fünf Häuser sind bereits geplant und erinnern in ihrer Form an Findlinge. Es ist das weltweit erste kommerzielle Wohnprojekt aus dem 3D-Drucker, so die Aussage der Verantwortlichen.

© Houben /Van Mierlo architecten. A.I: YuconV

Das erste der fünf geplanten Häuser, ein eingeschossiger Bungalow mit 95 Quadratmetern, soll allen Ansprüchen an das moderne Wohnen gerecht werden und ist gleichzeitig Übungsobjekt für die danach entstehenden Gebäude. Deshalb hat das Projekt-Team hier auch eine lange Bauzeit veranschlagt. Der Bauprozess soll sich im Laufe der Zeit aber massiv beschleunigen, sodass neue Häuser in nur wenigen Tagen komplett bezugsfähig werden. Gleichzeitig soll in den Gebäuden neuste Technik stecken. Denn neben dem Drucken von Innen- und Außenwänden sollen zukünftig auch Abwasserrohre und andere Einbauten realisiert werden können. Werden diese in den Druckprozess einbezogen, lässt sich die Fertigungszeit weiter verringern.

Immobilien aus dem 3D-Drucker auch in Deutschland?

Allerdings steckt das Vorhaben noch mitten in der Bauphase. Ein ganz ähnliches Projekt wie in Eindhoven wurde bereits im französischen Nantes fertiggestellt. Und eine Familie konnte bereits 2018 in ein Haus aus dem 3D-Drucker einziehen. In Dubai wurde zudem jüngst das weltweit erste zweistöckige Gebäude aus einem 3D-Drucker präsentiert. Die Vorstellungskraft bezüglich der Möglichkeiten kennt kaum Grenzen: In Frankreich forschen Wissenschaftler sogar daran, mithilfe eines 3D-Druckers in Zukunft Häuser auf dem Mars errichten zu können. Doch bis der 3D-Druck tatsächlich eine Revolution in der Bau- und Immobilienbranche auslösen kann, wird es wohl noch etwas dauern. Vor allem in Deutschland gelten für den Neubau von Häusern viele Vorschriften und Normen, weshalb es sicher noch einige Jahren hinziehen wird, bis auch bei uns das erste bewohnbare 3D-Haus steht.

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