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Co Housing

Co-Housing: alternative Wohnprojekte gegen die Anonymität der Großstadt

Großstädte: viele Menschen, viele Freunde?

Für die meisten Menschen gelten Großstädte als lebendige Orte des sozialen Austausches. Es ist immer etwas los: viele Veranstaltungen und Partys, eine große Auswahl an Sportvereinen, ein riesiges kulturelles Angebot und eine Menge Menschen, die sich in einer ähnlichen Lebenssituation befinden wie man selbst. Doch trotzdem oder auch vielleicht gerade deshalb fühlen sich immer mehr Städter allein und isoliert von ihrer Umwelt.

Eigentlich klingt es paradox, aber: Je mehr Menschen einen umgeben, desto größer ist die Gefahr der Einsamkeit. Depressionen und Angsterkrankungen kommen daher bei Großstädtern rund 30 bis 40 Prozent häufiger vor als bei Personen, die in Kleinstädten oder in ländlichen Regionen leben. Das liegt vor allem daran, dass Menschen dazu neigen, sich in großen Gruppen eine Art Schutzpanzer zuzulegen. Sie sprechen andere Leute seltener an und bleiben eher für sich, statt neue Kontakte zu knüpfen.

Die Anonymisierung der Städter reicht bis in die einzelnen Wohnhäuser: Viele Berliner, Kölner und Münchener, die in einer Wohnung leben, kennen sogar ihre direkten Nachbarn kaum. Für junge Menschen ist das häufig kein großes Problem, da sie meist durch ihren Arbeitsplatz, ihr Studium oder ihr Hobby genügend über genügend soziale Kontakte verfügen.

Co-Housing als integratives Konzept

Ein Ansatz, der das Problem der Anonymität und Einsamkeit in Städten lösen soll, ist das sogenannte Co-Housing. Die Idee: Unterschiedlichste Menschen aller Altersgruppen wohnen und arbeiten gemeinsam unter einem Dach, ohne dabei ihre Privatsphäre zu verlieren. Häufig gibt es viele kleine Wohnungen, Gemeinschaftsräume und Büros. Das Haus wird von den Bewohnern selbst finanziert und bewirtschaftet, sodass ein angenehm familiäres Gemeinschaftsgefühl aufkommt. In vielen europäischen Großstädten wie Mailand, Brüssel oder Amsterdam hat sich das Konzept bereits etabliert. Auch in Berlin entstehen immer mehr Co-Housing-Projekte: In Neukölln wurde bereits vor einiger Zeit das Künstlerhaus „Agora Collective“ gegründet, während das „Spreefeld“ in Kreuzberg gemeinsames Wohnen, Arbeiten und Gärtnern verbindet. Ein weiteres Beispiel für Co-Housing ist die „Alte Schule Karlshorst“. In einem ehemaligen Schulgebäude wohnen junge Familien, Alleinstehende, behinderte Menschen und Senioren, die sich gegenseitig im Alltag unterstützen.

Das Konzept von Co-Housing ist allerdings nicht ganz neu, die Idee lehnt an die Kommunen der 1970er Jahre an. Damals gründeten sich eine Vielzahl an Lebensgemeinschaften, bei denen Menschen, die weder eine Beziehung miteinander führten, noch miteinander verwandt waren, zusammen unter einem Dach lebten. Es wurde gemeinsam gewirtschaftet, Entscheidungen wurden nach dem Konsensprinzip gefällt. Ein verständnisvoller, wertschätzender Umgang miteinander war sehr wichtig. Beim Zusammenleben spielten häufig auch ökologische Faktoren eine große Rolle.

Große Unterschiede zwischen den einzelnen Projekten

Bei den heutigen Co-Housing-Projekten herrscht eine sehr große Vielfalt. Besonders bei den Bewohnerzahlen, der Altersstruktur und dem Investitionsvolumen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Objekten. Manchmal wird für das Co-Housing eine völlig neue Immobilie errichtet, manchmal werden jedoch auch bereits bestehende Häuser oder Gebäudekomplexe bezogen. Nicht selten werden die Projekte auch finanziert oder gefördert, um Menschen mit geringem finanziellen Spielraum eine Teilhabe zu ermöglichen.

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