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Immobilienpreise Berlin

Die Probleme des Berliner Immobilienmarktes

Teure Grundstückspreise, steigende Rohstoffkosten und Fachkräftemangel

Es galt als eines der letzten unbebauten Grundstücke des gesamten Prenzlauer Bergs: Mit seiner unmittelbaren Nähe zu angesagten Restaurants und Bars, dem praktischen Anschluss an den weitläufigen Linienweg der U-Bahn-Linie U2 und vielen historischen Gebäuden in der Umgebung hat das Areal bereits seit einigen Jahren großes Interesse von in- und ausländischen Investoren auf sich gezogen. Dann tauchte plötzlich ein Schild auf, das ein Mehrfamilienhaus-Projekt bewarb – eine Kombination aus zur Straße gerichteten Appartements und urbanen Wohnungen mit Aussicht auf einen ansprechenden Innenhof.

Wohnkomplexe wie dieser sind in Berlin keineswegs eine Seltenheit. Seit über zehn Jahren erlebt der Wohnungsmarkt der deutschen Hauptstadt einen Boom. 2017 erlebte Berlin den höchsten Anstieg der Immobilienpreise weltweit: Mit einem prozentualen Sprung von 20,5 Prozent lag die Stadt damit vor Metropolen wie London, Paris oder Hongkong. Dieser Preisanstieg beförderte Berlin, das zuvor von seinem ehemaligen Bürgermeister Klaus Wowereit als „arm aber sexy“ bezeichnet wurde, in die Top 5 der teuersten Städte Deutschlands. Lediglich Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und München toppen den Quadratmeterpreis von 9,33 Euro, den die Berliner im zweiten Quartal 2018 für ihre Mietwohnungen durchschnittlich zahlen mussten. Einer aktuellen Studie zufolge werden Immobilienkäufer zukünftig knapp 3.700 Euro pro Quadratmeter investieren müssen.

Ist ein Preissturz in Sicht?

Ein Preissturz ist derzeit nicht in Sicht. Viele weitere Luxuswohnungen und Appartements im gehobenen Preissegment sind bereits in Planung oder in der Bauphase. Mehr als 2.000 der Appartements sind erst ab einem Quadratmeterpreis von 4.500 Euro erhältlich – das sind fast die Hälfte aller Eigentumswohnungen, die aktuell in Berlin zum Verkauf stehen. Dabei sind den Preisen keine Grenzen gesetzt, sodass Investoren bereits zwischen 5 und 10 Millionen Euro für besonders luxuriöse Immobilien ausgeben. Menschen, die über das notwendige Kapital verfügen, zahlen mittlerweile nahezu jeden Preis, um ebenfalls vom Berliner Immobilienboom zu profitieren.

Die Gründe für den Preisanstieg sind vielfältig. Berlin lockt einerseits mit einem florierenden Arbeitsmarkt: Es gibt viele interessante Arbeitsplätze, auch die Löhne steigen weiterhin an. Dafür ist nicht zuletzt die Start-Up-Szene verantwortlich, die sich vor allem in Berlin-Mitte ausgebreitet hat. Weiterhin spielt das unausgeglichene Verhältnis von Angebot und Nachfrage eine große Rolle für den Preisanstieg: Der erhöhte Zuzug nach Berlin aus Deutschland und den umliegenden Ländern sorgt dafür, dass das Wohnungsangebot mit der entsprechenden Nachfrage nicht mithalten kann. Die städtischen Behörden sprechen von 194.000 neuen Wohneinheiten, die bis 2030 benötigt werden – eine Zahl, die aus aktueller Sicht unerreichbar scheint. Zuletzt hat sich der durchschnittliche Standardpreis für Wohngrundstücke, die für die geschlossene Bebauung vorgesehen sind, in den letzten neun Jahren verachtfacht, während sich Wohnbaugesellschaften einem Kostenanstieg von über 25 Prozent ausgesetzt sehen. Das Ergebnis all dieser Umstände ist offensichtlich: Mieten und Kaufen von Immobilien in Berlin wird immer teurer.

Steigende Rohstoffkosten sind ein Grund

Neben den Grundstückspreisen steigen jedoch auch die Kosten für Rohstoffe, die zum Bauen unbedingt benötigt werden, immer weiter an. Auch wenn dabei meist auf lokale Hersteller zurückgegriffen wird, orientieren sich die Preise für Stahl, Mineralöl und Co. stets am globalen Markt. Konkret bedeutet das: Wenn die chinesische Regierung sich dazu entschließt, die nächste Riesen-Stadt aufzubauen und deshalb riesige Mengen an Stahl kauft, wird der Bau des neuen Wohnungskomplexes in Prenzlauer Berg teurer.

Ein weiterer Faktor, der für einen Anstieg von Baukosten sorgt, ist der Mangel an Facharbeitern. Der demografische Wandel und das schlechte Image handwerklicher Berufe führen dazu, dass aus der jüngeren Generation kaum noch Auszubildende und Arbeiter nachrücken. Für den Bau eines Hauses werden jedoch viele Arbeitskräfte benötigt: Bis zu 28 Prozent der Baukosten sind die Löhne der beteiligten Maurer, Mechaniker und Zimmerer. Zusätzliche Kosten verursacht außerdem der in Deutschland übliche bürokratische Aufwand, der mit einem Wohnungsbau einhergeht.

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