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Trend Stadtflucht – ist er gerechtfertigt?

Das Leben bzw. das Wohnen in der (Groß-)Stadt hat keinen guten Ruf: zu hektisch, zu laut, zu schlechte Luft. Ein Leben auf dem Land dagegen genießt eher ein hohes Ansehen. Angenehme Entspanntheit, idyllische Ruhe und eine hervorragende Luftqualität sind nur einige von vielen wohlklingenden Attributen, die mit dem ländlichen Wohnen in Verbindung gebracht werden. In der Praxis bedeutet der Alltag auf dem Dorf aber oft auch eine schlechte Infrastruktur und damit einhergehend eine eingeschränkte Flexibilität – und das kann die vermeintlich positiven Aspekte des Landlebens auch schnell wieder aushebeln.

Ist der Vorteil wirklich Vorteil? Es kommt darauf an …

Wenn man länger darüber nachdenkt, kann so mancher stereotypische Vorzug des Landlebens schnell entkräftet werden:

Keine Hektik: Hektisch ist man nur, wenn man spät dran ist oder sich von der Hektik anderer anstecken lässt. Steht man selbst unter Zeitdruck, muss man sich beeilen – ganz egal, ob in der Stadt oder auf dem Land. Da aber auf dem Dorf, anders als in der Stadt, nicht alles zu jeder Zeit verfügbar ist, muss man sich hier gegebenenfalls sogar öfter mal für die ein oder andere Angelegenheit beeilen. Wenn auf dem Land am Wochenende um 9.00 Uhr die Brötchen beim einzigen Bäcker ausverkauft sind, muss man das nächste Mal früher aufstehen – und schneller sein. In der Stadt passiert das nicht. Und wer auf dem Land kein Auto hat und an öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, muss auch hier eventuell des Öfteren an Tempo zulegen: Denn da diese vermutlich nur selten fahren, gerät man auch leicht in Eile, um den einen Zug oder Bus zu erwischen.

Außerdem: Wer einkaufen muss, muss dies auf dem Land unter der Woche in der Regel bis 20.00 Uhr oder spätestens 21.00 Uhr und vor allem bis Samstag geschafft haben. In der Stadt haben viele größere Supermarktketten bis 0.00 Uhr geöffnet, kleine Kioske halten oft sogar die ganze Nacht lang und am Sonntag neben Snacks und Getränken die nötigsten bzw. wichtigsten Lebensmittel bereit.

Ruhe: Auch hier kann nicht wirklich pauschalisiert werden – je nachdem, wo genau man in der Stadt wohnt, kann es sein, dass man vom Berufsverkehr früh geweckt wird, in Bezirken außerhalb der Innenstadt ist das aber womöglich nicht unbedingt ein Problem. Andersherum kann es auf dem Land passieren, dass Ihr Nachbar, der in der Frühe seinen Rasen mäht, Ihren Wecker ersetzt.

Natur: Wer in die Natur will, hat es auf dem Land nicht weit. Aber nicht jeder Dorfbewohner hat einen großen Wald oder breite Felder mit schönen Wanderwegen direkt vor der Haustür. Häufig muss man auch in ländlichen Orten einen weiteren Weg hinnehmen, um irgendwo hinzukommen, wo man gut joggen oder spazieren kann – und dafür benötigt man meistens ein Auto. In der Stadt dagegen gibt es oft zumindest in Vororten viele Grünflächen – die man mit einer guten Bahnverbindung in der Regel rund um die Uhr schnell und einfach erreicht.

Diese Vorteile bietet die Stadt

Ein großer Bonus des Stadtlebens ist zweifelsfrei eine ausgezeichnete Infrastruktur. Den nächsten Supermarkt erreicht man fast immer in ein paar Minuten Fußweg. Auch Ärzte, Apotheken und Co. sind meist nicht weit entfernt. Auf dem Land ist es dagegen keineswegs eine Selbstverständlichkeit, dass es in jedem Dorf einen Laden oder ansässigen Arzt gibt. Es ist also gut möglich, dass man in den Nachbarort oder die nächste Stadt fahren muss. Besonders ältere Menschen oder Personen, die kein Auto besitzen, haben es hier schwer – denn Busse und Bahnen fahren oftmals ebenfalls nur sehr unregelmäßig.

Generell ist man auf dem Land in der Regel auf ein Auto angewiesen, während man in der Stadt sehr gut oder sogar besser ohne zurechtkommt. Gerade dieser Aspekt ist ein Paradoxon für all jene, die hauptsächlich wegen der guten Landluft aufs Dorf ziehen. Auch in Bezug auf Kultur und Kulinarik punktet die Stadt mit einigen Vorzügen, denn hier gibt es viele verschiedene Lokale unterschiedlichster Nationalitäten – vom afrikanischen über das persische bis zum vietnamesischen Restaurant. Auf dem Land dagegen ist alles über Italien hinaus wohl eher die Ausnahme. Und genauso, wie ein Städter für einen ausgiebigen Spaziergang in der Natur aufs Land fahren muss, muss jemand, der auf dem Land lebt, in die Stadt fahren, um ins Theater oder Museum zu gehen.

Stadt oder Land? Beides toll – für die richtige Person

Für viele Menschen ist das Leben auf dem Land genau das Richtige – für ebenso viele ist das Leben in der Stadt genau das Richtige. Und für mindestens nochmal genauso viele ist das Leben sowohl in der Stadt als auch auf dem Land eine Option, mit der sie glücklich werden können. Denn wie so oft im Leben gibt es auch hier nicht nur Schwarz und Weiß: Auf dem Land ist nicht alles gut und in der Stadt ist nicht alles schlecht. Jede Person muss für sich selbst herausfinden, was für sie wichtig ist und dann die passende Entscheidung treffen.

Egal, ob Sie es letztendlich lieber ländlich mögen oder es Sie in die Berliner Innenstadt zieht: Bei Lehmann Immobilien finden Sie immer die passende Immobilie – und wenn Sie eher der Insel-Typ sind, halten wir sogar attraktive Objekte auf Mallorca für Sie bereit.

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